Test der neuen Craftwerk Biere

Die Brauerei Bitburger steigt mit der Marke Craftwerk in den Craft Bier Markt ein. Wir hatten die Chance drei neue Kreationen aus einem Probierpaket zu testen. Beim Abfüllen unseres letzten Sudes haben wir uns die Biere zur Brust genommen. Hier zu jedem der drei Biere ein kurzer Bericht aus unserer Sicht als Hobbybrauer:

Tangerine Dream
Starten wir mit dem Tangerine Dream. Ein Single Hop Pale Ale mit Mandarina Bavaria. Der Hopfen bringt das Bier auf 50 IBU bei 12,4 Stammwürzegehalt. Das Bier zeigt sich im Glas mit einer angenehm gelblich orangen Farbe. Hefe ist deutlich sichtbar und trotzt der Trübe sieht das Bier recht ansprechend aus. Der Schaum ist ok. Er ist recht feinporig, könnte aber was länger stehen. Soviel zur Optik.

Tangerine DreamDer Geruch ist weniger fruchtig als erwartet. Im Ansatz gibt es hier Noten von Zitrus, Apfel und Pampelmuse. Insgesamt ist es aber nur ein schwacher Geruch, der auch wenig Frische und ebenso wenig Malzaroma besitzt. Mandarine vermisst man leider völlig.

Der Geruch wird dann im Mund bestätigt. Schon im Antrunk ist das Bier etwas flach. Auf der Website ist von einem raffiniert fruchtigen Geschmack die Rede, der auf der Zunge explodiert. Bei unserem Test ist die Explosion dann doch eher ausgeblieben. Zwar schmeckt man Fruchtaromen, jedoch stehen diese hinter der Bitterkeit hinten an und auch ein Malzaroma hat keine Chance. Mandarinen? Fehlanzeige! Leider als Benotung insgesamt nur befriedigend bis ausreichend.

Hop Head IPA 7
In der zweiten Runde gab es das Hop Head IPA 7. Bei diesem obergärigen Starkbier mit 17,4 Plato kommen insgesamt 7 Hopfen zum Einsatz. Daher wohl auch der Name. Diese 7 Hopfen bringen das IPA 65 Bittereinheiten.

Hop Head IPA 7Die Optik des Hop Head IPA 7 ist relativ identisch zum Tangerine Dream. Das Bier hat etwas mehr Hefetrübung und die Farbe ist etwas gelblicher. Der Schaum ist ordentlich und das Bier zeigt sich eher matt als frisch. Trotzdem eine sehr ansprechende Optik.

Mit der Nase zeigt sich dann ein ganz anderer Eindruck! Wow! Der Hopfen springt einem förmlich in die Nase. Ein sehr starkes aber angenehmes Aromes nimmt sofort Fahrt auf. Da ist alles dabei: Aprikose, Maracuja, Passionsfrucht, aber auch Birne und Apfel. Mit diesem Eindruck will man das Bier ganz schnell probieren.

Im Antrunk wird schon alles bestätigt, was vorher in die Nase kam. Die auf der Website angekündigte knallharte Hopfenexplosion findet unverzüglich statt. Macht dabei aber spass! Bittere und Frucht gehen bei diesem Bier Hand in Hand und erzeugen ein geschmackliches Highlight. Das Bier ist zu jedem Zeitpunkt angenehm im Mund und man wechselt regelrecht zwischen herb und süss hin und her. Die 8% Alkohol schmeckt man als solches nicht. Genau einen der sieben Hopfen allerdings auch nicht. Vielleicht hätte es ein Bitterhopfen auch getan und mit einem Hauch mehr Frucht und Frische wäre es ein Knaller.

Insgesamt ein tolles IPA. Für den Sommer zum Grillen eine echte Empfehlung. Als Benotung kann man nur sagen: Gut!

Holy Cowl
Zu guter letzt stand dann noch das Holy Cowl auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein Triple nach belgischem Stil. Die Stammwürze des Bieres liegt bei 19,5° Plato. Mit ordentlichen  9% Alkohol präsentiert sich das Bier. Dem gegenüber stehen 40 Bittereinheiten (IBU).

Holy CowlKommen wir zur Optik des Bieres. Im Glas ist das Bier hell bis dunkel gelb. Hefe ist dabei gut sichtbar und das Bier zeigt sich eher strahlend als matt. Hefe ist deutlich sichtbar und zieht sich konstant durch Glas. Der Schaum baut sich schnell auf, ist allerdings auch schnell wieder weg.

Als nächstes geht die Nase über das Bier. Der Duft ist zurückhalten und trotzdem überzeugend. Besonders dominant sind Aromen von Karamell und Biskuit. Sehr fein ist das und leicht süsslich. Gemeinsam mit dem ordentlichen Malzkörper ist der Geruch dieses Bieres wirklich sehr überzeugen. Blickt man auf alle drei Biere aus dem Hause Craftwerk, findet man beim Holy Cowl den überzeugendsten Malzkörper. Das ist wirklich gut!

Dann kommen wir zum Geschmack. Das Holy Cowl ist schon im Antrunk cremig und weich. Die 9% ABV merkt man absolut nicht. Das Bier ist samtweich und geradezu fluffig. Im Antrunk ist es angenehm und fein perlig und behält bis zum Abgang eine dezente Spitzigkeit. Was bei diesem Bier besonders und in Bezug auf die beiden anderen Craftwerk Biere überzeugt ist der Malzkörper. Das Bier ist vollmundig und richtig gut ausbalanciert. Auf der Zunge machen sich Aromen von Toffee und Keksen breit. Dazu eine dezente Fruchtnote durch den Hopfen. Im Abgang gibt es eine leichte Bittere, die dem ganzen aber einen angenehmen Ausklang gibt.

Fazit: Wie beim Hop Head IPA 7 kann man nur sagen: Gut gemacht!  Dieses Bier will man durchaus ein zweites mal trinken. Handwerklich und im geschmacklichen Gesamtbild absolut eine Bereicherung.

Insgesamt muss man die Biere aus Hause Craftwerk absolut positiv bewerten. Das Pale Ale Tangerine Dream hat uns etwas enttäuscht. Umso besser waren das IPA und das Triple. Hierbei handelt es sich um absolut gute Biere, die sich kein Bierfan entgehen lassen sollte.

Der Schritt von Bitburger Richtung Craftbeer ist absolut positiv zu bewerten. Die Biere stellen eine Bereicherung für den deutschen Biermarkt dar. Daher die bitte unbedingt weiter machen und den deutschen Biermarkt wieder mit Leben füllen.

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