Das war Bock ’n Roll!

Im April hatten wir einen obergärigen Bock gebraut. Damals waren wir noch etwas blauäugig und grün hinter den Ohren und dachten, dass man dann im Mai einen schönen Bock vor der Nase hat. Was haben wir gelernt? Ein Bock dauert! Die Gärung dauert bei einer Stammwürze von 17,5° Plato einfach viel länger und ebenso muss das Bier einfach länger reifen. Rückblickend hat sich das aber alles mal wieder gelohnt.

bocknroll2Mit dem Aussehen unseres Bock ’n Roll kann man einfach nur zufrieden sein. Farblich richtig schön hell und der Schaum war einfach ein Traum. Absolut feinporig und mit einer super Stabilität. Dabei war er dann auch noch strahlend weiss. Bisher war uns das so noch nicht gelungen. Die Farbe des Bieres erinnerte an Aprikosen oder reife Pfirsiche. Sehr ansprechend! Erst recht, wenn man feine Bläschen am Rand aufsteigen sieht. Beim Anblick ist der einzige negative Punkt vielleicht, dass unser Bock auch nach Monaten Lagerung noch recht trüb daher kommt.

Kommen wir zum Geruch. Kaum ist die Nase über dem Glas, dann ist er da. Dieser einzigartige wunderbare Geruch des Saphir Hopfens! Vielleicht es ja nicht jedermanns Sache, aber wenn man auf Saphir steht, dann war unser Bock genau das Richtige. Einfach traumhaft blumig und fruchtig war dieses Bier. Frischer grüner Apfel beschreibt es sicher recht gut. Leicht lieblich und floral. Vielleicht auch mit Aromen einer saftigen Wiese.

Der erste Schluck bestätigt dann alles. Kraftvoll und dabei sanft und eben teilweise lieblich offenbart sich das Bier beim Antrunk. Absolut rund und fein trifft das Bier auf den Gaumen. Die Aromen, die eben noch in der Nase waren entfalten sich nun im Mund. Frischer grüner Apfel, vielleicht sogar etwas Ananas trifft auf ausgewogenen Malzkörper. Trotz der gut 8% Alkohol ist das Bier angenehm zu trinken und dabei immer blumig, leicht lieblich, fruchtig und malzig.

Rückblickend sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden und aktuell schwärmen noch alle vom Bock, der uns diesen Sommer echt viel Spass gemacht hat. Das Bock ’n Roll steht auf jedenfalls auf der Liste ein weiteres mal gebraut zu werden. Verändern würde man dabei wahrscheinlich nicht viel. Vielleicht braucht es das Wiener nicht unbedingt und vielleicht könnte man die IBU noch etwas anziehen. Eine Überlegung wäre sicherlich auch das Bier zu stopfen.

An dieser Stelle gilt unser Dank einmal all denen, die unser Hobby tatkräftig unterstützen. So z.B. Anja und ihr begehbarer Kühlschrank 🙂

Fehlt nur noch ein schöner Schnappschuss! So sah der obergärige Bock im Glas aus:

Bock N Roll

Advertisements

Test der neuen Craftwerk Biere

Die Brauerei Bitburger steigt mit der Marke Craftwerk in den Craft Bier Markt ein. Wir hatten die Chance drei neue Kreationen aus einem Probierpaket zu testen. Beim Abfüllen unseres letzten Sudes haben wir uns die Biere zur Brust genommen. Hier zu jedem der drei Biere ein kurzer Bericht aus unserer Sicht als Hobbybrauer:

Tangerine Dream
Starten wir mit dem Tangerine Dream. Ein Single Hop Pale Ale mit Mandarina Bavaria. Der Hopfen bringt das Bier auf 50 IBU bei 12,4 Stammwürzegehalt. Das Bier zeigt sich im Glas mit einer angenehm gelblich orangen Farbe. Hefe ist deutlich sichtbar und trotzt der Trübe sieht das Bier recht ansprechend aus. Der Schaum ist ok. Er ist recht feinporig, könnte aber was länger stehen. Soviel zur Optik.

Tangerine DreamDer Geruch ist weniger fruchtig als erwartet. Im Ansatz gibt es hier Noten von Zitrus, Apfel und Pampelmuse. Insgesamt ist es aber nur ein schwacher Geruch, der auch wenig Frische und ebenso wenig Malzaroma besitzt. Mandarine vermisst man leider völlig.

Der Geruch wird dann im Mund bestätigt. Schon im Antrunk ist das Bier etwas flach. Auf der Website ist von einem raffiniert fruchtigen Geschmack die Rede, der auf der Zunge explodiert. Bei unserem Test ist die Explosion dann doch eher ausgeblieben. Zwar schmeckt man Fruchtaromen, jedoch stehen diese hinter der Bitterkeit hinten an und auch ein Malzaroma hat keine Chance. Mandarinen? Fehlanzeige! Leider als Benotung insgesamt nur befriedigend bis ausreichend.

Hop Head IPA 7
In der zweiten Runde gab es das Hop Head IPA 7. Bei diesem obergärigen Starkbier mit 17,4 Plato kommen insgesamt 7 Hopfen zum Einsatz. Daher wohl auch der Name. Diese 7 Hopfen bringen das IPA 65 Bittereinheiten.

Hop Head IPA 7Die Optik des Hop Head IPA 7 ist relativ identisch zum Tangerine Dream. Das Bier hat etwas mehr Hefetrübung und die Farbe ist etwas gelblicher. Der Schaum ist ordentlich und das Bier zeigt sich eher matt als frisch. Trotzdem eine sehr ansprechende Optik.

Mit der Nase zeigt sich dann ein ganz anderer Eindruck! Wow! Der Hopfen springt einem förmlich in die Nase. Ein sehr starkes aber angenehmes Aromes nimmt sofort Fahrt auf. Da ist alles dabei: Aprikose, Maracuja, Passionsfrucht, aber auch Birne und Apfel. Mit diesem Eindruck will man das Bier ganz schnell probieren.

Im Antrunk wird schon alles bestätigt, was vorher in die Nase kam. Die auf der Website angekündigte knallharte Hopfenexplosion findet unverzüglich statt. Macht dabei aber spass! Bittere und Frucht gehen bei diesem Bier Hand in Hand und erzeugen ein geschmackliches Highlight. Das Bier ist zu jedem Zeitpunkt angenehm im Mund und man wechselt regelrecht zwischen herb und süss hin und her. Die 8% Alkohol schmeckt man als solches nicht. Genau einen der sieben Hopfen allerdings auch nicht. Vielleicht hätte es ein Bitterhopfen auch getan und mit einem Hauch mehr Frucht und Frische wäre es ein Knaller.

Insgesamt ein tolles IPA. Für den Sommer zum Grillen eine echte Empfehlung. Als Benotung kann man nur sagen: Gut!

Holy Cowl
Zu guter letzt stand dann noch das Holy Cowl auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein Triple nach belgischem Stil. Die Stammwürze des Bieres liegt bei 19,5° Plato. Mit ordentlichen  9% Alkohol präsentiert sich das Bier. Dem gegenüber stehen 40 Bittereinheiten (IBU).

Holy CowlKommen wir zur Optik des Bieres. Im Glas ist das Bier hell bis dunkel gelb. Hefe ist dabei gut sichtbar und das Bier zeigt sich eher strahlend als matt. Hefe ist deutlich sichtbar und zieht sich konstant durch Glas. Der Schaum baut sich schnell auf, ist allerdings auch schnell wieder weg.

Als nächstes geht die Nase über das Bier. Der Duft ist zurückhalten und trotzdem überzeugend. Besonders dominant sind Aromen von Karamell und Biskuit. Sehr fein ist das und leicht süsslich. Gemeinsam mit dem ordentlichen Malzkörper ist der Geruch dieses Bieres wirklich sehr überzeugen. Blickt man auf alle drei Biere aus dem Hause Craftwerk, findet man beim Holy Cowl den überzeugendsten Malzkörper. Das ist wirklich gut!

Dann kommen wir zum Geschmack. Das Holy Cowl ist schon im Antrunk cremig und weich. Die 9% ABV merkt man absolut nicht. Das Bier ist samtweich und geradezu fluffig. Im Antrunk ist es angenehm und fein perlig und behält bis zum Abgang eine dezente Spitzigkeit. Was bei diesem Bier besonders und in Bezug auf die beiden anderen Craftwerk Biere überzeugt ist der Malzkörper. Das Bier ist vollmundig und richtig gut ausbalanciert. Auf der Zunge machen sich Aromen von Toffee und Keksen breit. Dazu eine dezente Fruchtnote durch den Hopfen. Im Abgang gibt es eine leichte Bittere, die dem ganzen aber einen angenehmen Ausklang gibt.

Fazit: Wie beim Hop Head IPA 7 kann man nur sagen: Gut gemacht!  Dieses Bier will man durchaus ein zweites mal trinken. Handwerklich und im geschmacklichen Gesamtbild absolut eine Bereicherung.

Insgesamt muss man die Biere aus Hause Craftwerk absolut positiv bewerten. Das Pale Ale Tangerine Dream hat uns etwas enttäuscht. Umso besser waren das IPA und das Triple. Hierbei handelt es sich um absolut gute Biere, die sich kein Bierfan entgehen lassen sollte.

Der Schritt von Bitburger Richtung Craftbeer ist absolut positiv zu bewerten. Die Biere stellen eine Bereicherung für den deutschen Biermarkt dar. Daher die bitte unbedingt weiter machen und den deutschen Biermarkt wieder mit Leben füllen.

Nicht wirklich rot, aber lecker!

Im Rahmen unseres ersten grossen Brautages in 2013 wurde ein Roter Baron gebraut. Mittlerweile ist der Sud vergriffen. Rückblickend lässt sich über dieses Bier folgendes sagen:

Aussehen: Natürlich ist das Aussehen bei einem Rotbier mehr oder weniger der wichtigste Teil der Wertung. Unser Ziel war eine deutliche rote Farbe. So wie man sich eben einen Roten Baron vorstellt. Obwohl die Würze noch deutliche Rottöne besaß, wurden wir beim Abfüllen und beim Öffnen der ersten Flasche enttäuscht. Rot war dann doch etwas anderes. Nach einer gewissen Lagerung von über 3 Monaten konnte man von einer braun-rötlichen Färbung sprechen. Mehr aber auch nicht. Das Foto unter diesem Artikel zeigt eine der letzten Flaschen und stellt sicherlich die beste Ansicht dar. Das soll aber nicht heissen, dass dieses Bier nicht appetitlich aussah.

Geruch: Der Geruch des Bieres war angenehm und mild, vielleicht etwas blumig und mit etwas Würze. Insgesamt aber doch eher schwach und unscheinbar. Malzaromen waren im Geruch eher neutral. Ebenso hat die Hefe dort keine grossen Spuren hinterlassen.

Geschmack: Was im Aussehen fehlte, machte das Bier im Geschmack wieder wett. Zwar war dieser Rote Baron nicht rot, aber lecker! Im Forum hatten einige vor der doch recht grossen Menge an Spezialmalzen gewarnt. Das Bier könnte mastig werden oder gar bissig am Gaumen. Am Anfang war es vielleicht etwas mehlig aber nach einiger Zeit war es ein süffiges Bier mit einer ausgewogenen Hopfennote. Diese Hopfennote war aber eher würzig als fruchtig, was bei diesem Bier für den Herkules und gegen Opal und Styrian Golding spricht. Der beschriebene Charakter dieser Hopfen kommt nur leicht zu Geltung. Mit der Karbonisierung sind wir insgesamt nicht ganz zufrieden gewesen. Dies ist einer der Gründe, warum bei den nächsten Suden einmal Traubenzucker statt Speise zum Einsatz kommt, bzw. gekommen ist.

Fazit: Ein Rotbier zu brauen ist nicht so einfach wie gedacht und auch mit einer Menge an Melanoidinmalz und Carared, muss das Bier nicht unbedingt rot werden. Schade, aber mit dem Ergebnis hat man a) wieder was gelernt und b) war es trotzdem ein feiner Tropfen. Gerade der Herkules wird als Bitterhopfen sicher noch einmal zum Einsatz kommen, denn er hinterlässt eine feine würzige Bittere, die in Kombination mit einem fruchtigen Aromahopfen eine tolle Ergänzung darstellt.

Roter Baron

Wie schmeckt ein Cascade Weissbier?

Nach den guten Erfahrungen mit dem QPA und dem darin enthaltenen Cascade Hopfen, wurde dieser Hopfen zu 100% in einem Weissbier eingesetzt. Ziel war ein fruchtig frisches Weizen für den Frühling und es sollten auch testweise einige Abweichungen der Rookie Weisse korrigiert werden. Dabei ist z.B. die Karbonisierung zu nennen. Mittlerweile hat die Cascade Weisse die volle Reife erreicht und man kann folgendes dazu sagen:

Aussehen: Optisch ist das Bier extrem gut geworden. Es ist ein sattes Orange und neben einigen trüben Kaufbieren macht es echt einen guten Eindruck und sieht lecker aus. Der Schaum und die Karbonisierung sind ok, könnten aber etwas besser sein. Man muss beim Einschenken schon auf eine gute Krone achten.

Geruch: Es riecht typisch nach Weizenbier und Aromen von Frucht und Zitrus kommen gut durch. Was fehlt ist vielleicht der Weizengeruch von Banane aber es gibt keinen Fehlgeruch oder etwas in dieser Richtung.

Geschmack: Die Mischung ist absolut spannend! Es schmeckt direkt lecker wie ein Weissbier schmecken sollte und dann kommt der Hopfen mit einer Geschmacksvielfalt, die man so in einem Weizen halt nicht kennt. Der Malzkörper und die Zitrusaromen passen aber recht gut zusammen und mit der Brewferm Blanche hat das Bier auch ein schönes Aroma bekommen. Im Gegensatz zu der im Rookie Weizen verwendeten Hefe ist die Brewferm Blanche daher eher zu empfehlen. Insgesamt ist die Hopfung dann schon dominant. Durch die reine Hopfung mit Cascade erinnert das Bier leicht an eine bekanntes Weizen-Mischgetränkt mir Grapefruit. Im Abgang ist das Bier somit etwas säuerlich und etwas weniger Frucht wäre sicher ok.

Fazit: Die Schüttung ist für ein Weizen absolut top und die Hefe auch. Bei der Hopfung sind 100% Cascade für ein Weissbier zu viel. Ein weiterer Aromahopfen mit etwas mehr Blume oder Gewürznoten würde das Bier mit Sicherheit super ergänzen. Für den Frühling aber trotzdem ein tolles Bier. Erfrischend und schmackhaft!

Und so sieht das Bier aus:

Cascade Weisse

Verköstigung der Rookie Weisse

Endlich konnte die Rookie Weisse verköstigt werden. An dieser Stelle einige Worte zu unserem hellen Weizenbier.

Aussehen: Das Bier hat eine tolle Farbe. So muss ein helles Weizenbier aussehen! Der Schaum könnte etwas feinporiger sein, aber er steht enorm lange und über die gesamte Trinkzeit.

Rookie Weisse

Rookie Weisse

Geruch: Leicht hefig, aber nicht unangenehm. Der Saphir Hopfen kommt dezent durch. Insgesamt könnte der Duft hier etwas intensiver sein.

Geschmack: Absolut trinkbar und lecker! Das Bier ist gut karbonisiert und prickelt auch etwas auf der Zunge, aber ohne den typischen „Schöfferhofer Effekt“. Im Antrunk gibt es leicht nussige Nuancen und das Bier hat einen wirklich würzigen Körper. Die Hefe liegt eher im Hintergrund und hat keine Dominanz. Für die geplanten 18 IBU ist das Bier recht herb und es könnte etwas blumiger und fruchtiger sein. Vielleicht liegt dies am Verhältnis von Perle zu Saphir Hopfen.

Fazit: Lecker Bierchen! Mit diesem ersten Weizen können wir echt zufrieden sein. Die Schüttung ist top und mit einer anderen Hopfung kann hier vielleicht ein noch besseres Ergebnis erzielt werden.